Pfui! Nicht anfassen! Pfoten weg! Crinum Latifolium ist giftig und wurde bereits gegossen und gefüttert. Für alles Andere benutzen Sie bitte die Toilette oder den Mülleimer!

Pfui! Nicht anfassen! Pfoten weg! Crinum Latifolium ist giftig und wurde bereits gegossen und gefüttert. Für alles Andere benutzen Sie bitte die Toilette oder den Mülleimer!

DER MANN WO GAR KEIN FELD HAT UND GANZ VIEL TOLLE SACHEN KANN

Spielfreuden

Risikogehalt

Unser Geist und Unsere Zunge waren so scharf wie Unsere Finger- und Zehennägel, Unser Kampfgeschrei so laut wie furchterregend, Unser von Muttern gestrickter Wams so starr und fest wie der eherne Panzer Unserer Entschlossenheit. Schon ein einziges Schriftzitat hätte genügt, sie untereinander diskutieren, streiten, sich gegenseitig verprügeln, erschießen und zur Hölle fahren zu lassen, während sich der Himmel aufgetan hätte und die Posaunen erschallt wären. Doch getraute sich kein einziger diese Lumpen jemals, Uns zu begegnen. So weit hatte sich Unser Ruhm schon herum gesprochen. So groß war ihre Angst. So sehr mussten diese Räuber um ihr Leben fürchten.

Dann sahen Wir die Zeit gekommen, die Uns gelehrten Kenntnisse zu überprüfen. Uns war zu Ohren gekommen, dass es in der Neuen Welt winzig kleine Affen gebe, die wie im Gesicht rasierte Miezekätzchen aussehen. Zudem würden sie im Urwald in tolldreisten Banden in den Bäumen herum springen, deren Früchte anbeißen und nach einem Bissen achtlos auf den Boden schmeißen. Solches mochten Wir nicht einfach vom Hörensagen hinnehmen, sondern mit eigenen Augen sehen. Unsere Nachforschungen ergaben, dass in Unserem Ort solche kleinen Katzenaffen zur Belustigung des Volkes hinter Gittern gehalten und vorgeführt wurden. Ebenso erfuhren Wir, dass ihnen dort von den Besuchern bestimmte Vegetabilien erfolgreich zum Fraß hingehalten wurden. Wir wollten es den Besuchern gleich tun, um so Unser Wissen über die kleinen Äffchen zu überprüfen.

Bei einem Marketender erstanden Wir einen Bund gelber Rüben, die Wir zu Hause wuschen und putzten, bis sie in ihrer Farbenpracht blitzten, blinkten und glänzten. Die Neuankömmlinge aus der Neuen Welt sollten immerhin die besten Zutaten Unserer heimischen Küche kosten. Danach machten Wir Uns mit unserem Affenfutter auf zum Affengehege. Auf dem Weg dorthin knabberten Wir selbst alle Rüben des Bundes an, um sie für die Besucher aus der Neuen Welt vorzukosten und ihnen so nachweislich unbedenkliches Futter anbieten zu können. Beim Gehege angekommen, beobachteten Wir zuerst erstaunt kleine Katzenaffen, denen sie die Perücken eines längst verstorbenen Komponisten über den Kopf gestülpt hatten. Danach entdeckten Wir die von Uns gesuchten Bratzen und und sahen ihnen dabei zu, wie sie sich im Gebüsch des Geheges vergnügten.

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