Pfui! Nicht anfassen! Pfoten weg! Crinum Latifolium ist giftig und wurde bereits gegossen und gefüttert. Für alles Andere benutzen Sie bitte die Toilette oder den Mülleimer!
Pfui! Nicht anfassen! Pfoten weg! Crinum Latifolium ist giftig und wurde bereits gegossen und gefüttert. Für alles Andere benutzen Sie bitte die Toilette oder den Mülleimer!
| DER MANN WO GAR KEIN FELD HAT UND GANZ VIEL TOLLE SACHEN KANN |
Nach seiner verzagten Wahl wird ihm die Rolle des Esels zugeteilt. Seine Mutter bewirkt mit ihrem handwerklichen Geschick die Installation einer Verlängerung des Esels Wirbelsäule an der Hose des Knaben (Arie O zitt're nicht mein lieber Sohn). Bei der Darbietung vor der versammelten Gemeinde überzeugt der Knabe mit seinem Vortrag die Dorfältesten und ihre Frauen (Arie Am stillen Herd). Später beeindrucken ihn die Balladen und Mahnungen von Johnny Cash und Reinhard Mey. Stößt er in Rundfunk oder Fernsehen auf klassische Musik, schaltet er sofort um. Klassische Musiker hält er für grimmige Pinguine. Nach dem Vorbild Kaiser Neros beansprucht der Knabe die Hälfte der elterlichen Residenz als seine Theaterbühne. Für seine Theaterproduktionen verpflichtet er seine Mutter als Regieassistentin, der er seine dramatischen Eingebungen zur Schönschrift diktiert, seinen Großvater als rezitierenden Nebendarsteller und seine Großmutter als wohlgesonnene Theaterkritikerin (Terzett Alles ist so gut wie richtig). Das Bühnenbild besteht aus einer Komposition von Produkten diverser Möbelhäuser, das Kostümbild aus recht eckigen, aber flauschigen Decken und bewährten Kopfbedeckungen. Ein an die Tür gestelltes Brett trennt den Zuschauerbereich von der Bühne. Gardinen schützen die Darsteller vor erhellendem Tageslicht. So findet der jugendliche Held in seiner Welt des dunklen Bühnenraums seine ersten Heldenpartien, die seiner wahren Größe in ihrem wahren Ausmaß seiner ganzen Leibesfülle gerecht werden (Arie Amfortas! Die Wunde!).
2. Aufzug
| Ort und Zeit: | Waldram und Ort der mütterlichen Residenz in der zweiten Hälfte der Neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts |
| Personen: | Junker Michael, Schüler, Lehrer, Organisten, Widersacher |
Junker Michael ist zu Studienzwecken nach Waldram gereist. Im Musikunterricht ist er gezwungen, akustische Reize aufzunehmen, denen er sich zuvor widersetzen konnte. Doch erkennt er bei einer Vorführung von Gershwins Rhapsody in Blue Wesen und Anmut der klassischen Musik. Nach dem Unterricht setzt er alles daran, dieselbe Aufnahme zu erwerben (Arie Schau her, das ist ein Taler).
| Alle Urheberrechte bei Michael Feldmann | Seiteninhalt zuletzt geändert 21.08.2025 |